KUNSTSTOFF

KUNSTSTOFF

ABSOLVENTEN DER ALANUS KUNSTHOCHSCHULE STELLEN AUS

24.10. - 19.11.1999

Ein Förderprojekt für die Absolventen der Alanus-Kunsthochschule, Bonn-Alfter.

„Kunststoff“, so der Titel der diesjährigen Ausstellung junger und junggebliebener Studentinnen und Studenten der Alanus Hochschule Alfter, die an verschiedenen Orten der näheren Umgebung, zum einen in den Ausstellungsräumen der Landesvertretung NRW, Bonn, in den Räumen des kunstverein hürth e.v. im werkP2, Hürth sowie in dem Firmenareal von Appolinaris gezeigt wird.

„Kunststoff“ oder hier „Stoffe“ aus denen Kunst gemacht wird, dokumentiert gleichsam die Vielfalt der Materialien mit denen sich die Absolventen auseinandergesetzt haben, ebenso aber auch die Vielfalt der differenten Möglichkeiten künstlerischer innovativen Äusserungen. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Lehrmethoden einer “alternativen” Hochschule, d.h. einer Hochschule, die in erster Linie privat finanziert wird und alternative Lehrmethoden und Möglichkeiten bietet.

Die Ausstellung zeigt eine repräsentative Auswahl von Arbeiten der Hochschulabsolventen aus den Bereichen Bildhauerei und Malerei, wobei die beiden Bereiche nicht getrennt voneinander in der verschiedenen Ausstellungsorten gezeigt werden, sondern getrennt nach den jeweiligen Vorlieben des einzelnen Künstlers für bestimmte Räume sowie nach den räumlichen Gegebenheiten.

Prägnant sind die Handwerksstoffe der Bildhauerklasse. Neben den klassischen Materialien Holz und Stein, wurden auch hier alternative Möglichkeiten gefunden:
Kleine “Menschchen” aus Polyesterharz stehen nebeneinander gedrängt und demonstrieren das Phänomen der Masse/Massenzugehörigkeit, oder phantastische Formen aus Plastika, Jute, Draht und Gips, einer Ansammlung von Stalagmiten und Stalagtiten gleich, beschreibt das Thema des Innen – Außen, des physiologischen und psychologischen Seins. Zur Interaktion ruft ein raumgreifendes Erlebniskunstwerk in freier Natur auf, um die Empfindungen des Akteurs zu provozieren. Ein Geflecht aus Peddigrohr und Naturlatex schwebt scheinbar schwerelos im Raum. Eine mehrteilige Installation aus aufgetürmten Kunststoffhüllen mit integrierten längliche fötusähnlichen Formen thematisiert die Philosophie des Ursprungs. Einzelne Installationen aus Stoff oder stoffähnlichen Materialien beschreiten bereits die Grenze zur Malerei.

Im Gegensatz hierzu stehen die massiven Holz- und Steinarbeiten einzelner Künstler:
mächtige, kompakte Eichenholzskulpturen werden umfasst von Eisengurten, um die Gegensätze von Stärke-Kraft und Ruhe/Harmonie zu verdeutlichen. Auch anmutige organische Formen, die mitunter bemalt wurden, oder mehrteilige, langgetreckte Gebilde, vereint zu einem einheitlichen “Kraftfeld”, zeugen von der Vielfalt der Holzbearbeitung. Nicht zu vergessen die riesige Stelen aus Gips, die einen imaginären Raum formieren oder die unterschiedlich bearbeiteten Sandstein-Alabasterräder , die sich ihren “Weg” in die Zukunft suchen.

Es ist markant, dass die klassische Bildhauerei immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird. Begriffe wie Installation und Environment dominieren über die Skulptur oder Plastik im herkömmlichen Sinn.

In der Malerei dominiert ein kultivierter Pluralismus. Ein Konglomerat verschiedenster Stile und Richtungen. Das Spektrum reicht von expressiv-abstrakter Malweise, über minimalistische Tendenzen bis hin zu figurativer Zeichnung. In einigen Bildern wird mit koloristischer Sinnlichkeit die Farbfeldmalerei wiederbelebt.
Die Arbeiten der Absolventen lassen die intensive Auseinandersetzung mit den ausgewählten Materialien und mit dem vorgegebenen Thema spürbar erkennen.

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